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Ratgeber

Das Unternehmermodell der BG: Pflichten clever selbst erfüllen.

Was ist das Unternehmermodell der Berufsgenossenschaft, für wen lohnt es sich und wie funktioniert die alternative Betreuung im Arbeitsschutz? Ratgeber mit FAQ.

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Das Unternehmermodell der BG: Pflichten clever selbst erfüllen

Das Unternehmermodell der BG: Pflichten clever selbst erfüllen

Jeder Betrieb mit Beschäftigten muss eine Betriebsärztin/einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) bestellen. Für kleinere Unternehmen bieten die Berufsgenossenschaften eine clevere Alternative: das Unternehmermodell (auch "alternative Betreuung" oder "Kompetenzzentrum"). Dieser Ratgeber erklärt, wie es funktioniert und für wen es sich lohnt.

Schnell-Antwort: Beim Unternehmermodell übernimmt der Unternehmer die Grundbetreuung selbst – nach einer Schulung der BG. Externe Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte werden nur noch bei Bedarf hinzugezogen. Das spart Kosten und schafft eigenes Know-how. Möglich meist für Betriebe bis 50 Beschäftigte.

Was ist das Unternehmermodell?

Normalerweise müssen Betriebe eine Regelbetreuung durch Betriebsarzt und Sifa sicherstellen. Das Unternehmermodell ist eine gesetzlich vorgesehene Alternative (geregelt in der DGUV Vorschrift 2): Der Unternehmer qualifiziert sich selbst und steuert den Arbeitsschutz aktiv – statt dauerhaft externe Fachleute zu beauftragen.

Für wen lohnt sich das Unternehmermodell?

  • Für kleine Betriebe – je nach BG meist bis 10, 30 oder 50 Beschäftigte.
  • Für Unternehmer, die aktiv im Betrieb mitarbeiten und die Abläufe gut kennen.
  • Für alle, die laufende Betreuungskosten senken und Arbeitsschutz zur Chefsache machen wollen.

So funktioniert es – Schritt für Schritt

  • 1. Anmeldung: Sie melden sich bei Ihrer Berufsgenossenschaft für das Unternehmermodell an.
  • 2. Schulung: Sie nehmen an einer Motivations- und Informationsschulung der BG teil (Präsenz oder teils online).
  • 3. Umsetzung: Sie führen Gefährdungsbeurteilungen durch, unterweisen Mitarbeitende und kümmern sich um den Grundschutz.
  • 4. Bedarfsbetreuung: Bei besonderen Anlässen (z. B. neue Maschinen, Bauarbeiten, häufige Unfälle) holen Sie gezielt Betriebsarzt oder Sifa hinzu.
  • 5. Auffrischung: Das Wissen wird in regelmäßigen Abständen (z. B. alle 3–5 Jahre) aktualisiert.

Vorteile und Grenzen im Überblick

VorteileZu beachten
Geringere laufende KostenZeitaufwand für Schulung und Umsetzung
Eigenes Arbeitsschutz-Know-howVerantwortung bleibt beim Unternehmer
Mehr FlexibilitätNur bis zur jeweiligen Beschäftigtengrenze möglich
Schnellere EntscheidungenBedarfsbetreuung muss dokumentiert werden

Unternehmermodell bei den einzelnen Berufsgenossenschaften

Viele BGen bieten ein eigenes Unternehmermodell an – etwa BG ETEM, BGHM, BGN, VBG und BGW. Die Details (Beschäftigtengrenze, Schulungsumfang, Online-Anteile) unterscheiden sich je nach Branche. Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer zuständigen BG nach dem konkreten Ablauf und den Terminen.

Häufige Fragen zum Unternehmermodell

Brauche ich trotzdem einen Betriebsarzt?

Nicht dauerhaft. Im Unternehmermodell wird betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung nur anlassbezogen in Anspruch genommen – etwa bei Pflichtvorsorgen oder besonderen Gefährdungen.

Ist das Unternehmermodell günstiger?

In der Regel ja, weil die feste Regelbetreuung entfällt. Dem stehen Ihr Zeitaufwand und die Bedarfsbetreuung gegenüber.

Was passiert, wenn mein Betrieb wächst?

Überschreiten Sie die Beschäftigtengrenze Ihrer BG, müssen Sie zur Regelbetreuung wechseln. Informieren Sie Ihre BG rechtzeitig.

Fazit

Das Unternehmermodell ist ideal für engagierte Inhaberinnen und Inhaber kleiner Betriebe: Es senkt Kosten, baut eigenes Wissen auf und macht Arbeitsschutz zur gelebten Routine. Wichtig bleibt, die Schulungen ernst zu nehmen und die Bedarfsbetreuung sauber zu dokumentieren.

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