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Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)

Die BGHW ist die gesetzliche Unfallversicherung für den Handel in Deutschland – vom Kiosk über den Supermarkt bis zum Großhandel und zum Logistikzentrum. Ihre Hauptverwaltung sitzt in Mannheim, einen weiteren großen Standort gibt es in Bonn.

Kurz gesagt: Zur BGHW gehören Einzelhandel, Großhandel, Lagerei und Warenlogistik. Sie entstand 2008 aus der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel und der Großhandels- und Lagerei-Berufsgenossenschaft. Beschäftigte sind automatisch und beitragsfrei versichert.

Wer gehört zur BGHW?

  • Einzelhandel: Lebensmittelmärkte, Drogerien, Mode, Elektronik, Baumärkte, Tankstellenshops, Onlinehandel.
  • Großhandel: Lebensmittel-, Getränke-, Baustoff-, Technik- und Pharmagroßhandel.
  • Lagerei und Warenlogistik: Lager- und Kommissionierbetriebe, Distributionszentren, Fulfillment.

Transport auf der Straße – also Spedition und Güterkraftverkehr – gehört dagegen zur BG Verkehr. Die Grenze verläuft entlang des Schwerpunkts: Ein Händler mit eigenem Lieferwagen bleibt bei der BGHW, ein Fuhrunternehmen mit kleinem Lager gehört zur BG Verkehr.

Aus zwei mach eins: die Entstehung

Bis 2008 gab es zwei getrennte Träger: die Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel (Bonn) und die Großhandels- und Lagerei-Berufsgenossenschaft (Mannheim), oft „GroLa BG“ genannt. Aus der Fusion entstand zunächst die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution, die später in Handel und Warenlogistik umbenannt wurde. Deshalb tauchen die alten Namen noch heute in Verträgen und Suchanfragen auf – mehr dazu im Ratgeber Alte Namen der Berufsgenossenschaften.

Typische Unfälle im Handel

GefährdungBeispiel
Stolpern, Rutschen, StürzenLeitern und Tritte beim Einräumen, nasse Böden, Paletten im Gang
FlurförderzeugeGabelstapler und Hubwagen im Lager, Anfahrunfälle
SchnittverletzungenKartonmesser beim Auspacken
Heben und TragenGetränkekisten, Kommissionierung
ÜberfälleKassenbereich, Tankstellen, Spätverkauf

Die BGHW bietet dazu Seminare an, etwa für Staplerfahrer-Ausbilder, Sicherheitsbeauftragte und Führungskräfte, sowie Handlungshilfen zum Umgang mit Überfällen. Grundlage für alles ist die Gefährdungsbeurteilung.

Leistungen nach einem Unfall

  • Heilbehandlung und Reha ohne Zuzahlung, über Durchgangsärzte und BG-Kliniken,
  • Verletztengeld nach Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung,
  • Hilfen zur Rückkehr an den Arbeitsplatz und berufliche Reha,
  • Verletztenrente bei dauerhaften Folgen.

Einen Überblick über alle Kosten, die die BG übernimmt, gibt der Ratgeber Arbeitsunfall: Welche Kosten übernimmt die BG?

Pflichten der Mitgliedsbetriebe

  • Anmeldung innerhalb einer Woche nach Gründung bzw. nach Einstellung der ersten Beschäftigten,
  • jährlicher digitaler Lohnnachweis als Grundlage für den Beitrag,
  • Unfallanzeige bei mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit,
  • Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Ersthelfer und sicherheitstechnische Betreuung – für Kleinbetriebe über das Unternehmermodell.

Häufige Fragen

Wofür steht BGHW?

Für Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik.

Ist die BGHW dasselbe wie die GroLa BG?

Die frühere Großhandels- und Lagerei-Berufsgenossenschaft ist 2008 in der BGHW aufgegangen. Wer früher bei der GroLa BG war, ist heute bei der BGHW.

Welche BG ist für einen Onlineshop zuständig?

In der Regel die BGHW, weil der Warenhandel den Schwerpunkt bildet. Betreibt das Unternehmen vor allem Software oder Plattformen ohne eigenen Warenverkauf, kann die VBG zuständig sein.

Gibt es die BGHW auch in München?

Ja, die BGHW hat Standorte in mehreren Städten. Details zum Standort München stehen im Ratgeber BGHW München.