Arbeitssicherheit 2024: Was der BG ETEM Bericht jetzt zeigt
Für Sicherheitsbeauftragte, Führungskräfte und Betriebsräte liefert der frisch veröffentlichte Jahresbericht 2024 der BG ETEM einen klaren Kompass: Wie lassen sich Unfälle vermeiden, Gesundheit schützen und Ausfallzeiten senken? In meinem Blick auf die wichtigsten Linien des Berichts zeige ich, welche Präventionshebel jetzt wirklich Wirkung entfalten und wo Unternehmen nachschärfen sollten. Besonders spannend: die Verzahnung von Prävention, Rehabilitation und Entschädigung als durchgängige Prozesskette – vom ersten Beinaheunfall bis zur erfolgreichen Rückkehr an den Arbeitsplatz. Wer Arbeitssicherheit strategisch versteht, entdeckt hier konkrete Ansatzpunkte, die sich in Kennzahlen, Zufriedenheit und Resilienz auszahlen.
Hintergrund & Einordnung
Als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung für Energie-, Textil-, Elektro- und Medienerzeugnisbetriebe bündelt die BG ETEM praxisnahes Erfahrungswissen. Der neue Jahresbericht ordnet Entwicklungen entlang des Dreiklangs Prävention, Rehabilitation und Entschädigung ein. Das ist wichtig, weil sich Arbeitswelten rasant verändern: Elektrifizierung und Automatisierung, hybride Arbeitsorte, neue Materialien und zunehmende psychische Belastungen verschieben Risikoprofile. Gleichzeitig steigen Erwartungen von Kundschaft, Aufsichtsbehörden und Mitarbeitenden an transparentes, wirksames Sicherheitsmanagement. Wer jetzt seine Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen und Meldewege modernisiert, schafft die Grundlage, damit Prävention nicht als Pflichtübung verharrt, sondern als Wertschöpfungstreiber begriffen wird.
Auswirkungen / Nutzen
Für Betriebe bedeutet das: Prävention wird messbar und näher am Prozess gedacht. Digitale Unterweisungen, gut gestaltete Near-Miss-Meldungen und arbeitsplatznahe Schulungen reduzieren Fehlerquellen, bevor sie teuer werden. Reha-Management und Wiedereingliederung funktionieren umso besser, je früher Führungskräfte, Betriebsärztinnen und Unfallversicherung zusammenarbeiten – das senkt Folgekosten und hält Fachkräfte. Auch die Entschädigung profitiert von klaren Dokumentationen, weil Ansprüche schneller geklärt werden. Politisch liefert der Bericht Argumente für pragmatische Regeln: weniger Papier, mehr Wirksamkeitsnachweise. Für Beschäftigte zahlt sich das in sichereren Abläufen, ergonomischen Verbesserungen und einer Kultur aus, die Gefahren offen anspricht.
Chancen & Risiken
Potenziell größte Chancen sehe ich in datengetriebener Prävention und einer robusten Sicherheitskultur. Wearables, Sensorik und KI-gestützte Analysen können Muster erkennen, die dem menschlichen Auge entgehen – vorausgesetzt, Datenschutz und Mitbestimmung sind von Anfang an mitgedacht. Risiken entstehen dort, wo Tempo wichtiger genommen wird als sichere Inbetriebnahmen, bei unsichtbaren Gefährdungen wie psychischer Belastung oder beim Umgang mit Hochenergie-Systemen etwa in Batteriefertigung und Photovoltaik. Typische Stolpersteine: unklare Verantwortlichkeiten, seltene Übungen, unterschätzte Fremdfirmeneinsätze. Gute Praxis heißt: klare Rollen, regelmäßige Wirksamkeitschecks, Lernschleifen nach Beinaheereignissen und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der BG ETEM.
Fazit
Mein Fazit: Arbeitssicherheit 2024 ist kein Einzelprojekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess über Prävention, Rehabilitation und Entschädigung hinweg. Unternehmen sollten jetzt drei Dinge tun: Gefährdungsbeurteilungen auf neue Technologien und psychische Faktoren aktualisieren, Unterweisungen interaktiv und ortsnah gestalten, sowie Kennzahlen für führende Indikatoren (Meldedisziplin, Beinaheereignisse, Trainingsqualität) etablieren. Wer den Jahresbericht als Checkliste nutzt und mit den eigenen Audits abgleicht, steigert Compliance, Produktivität und Arbeitgeberattraktivität. Starten Sie mit einem kurzen Safety-Review im Führungskreis – und vereinbaren Sie anschließend mit der BG ETEM einen Termin für Präventionsberatung.
- Arbeitssicherheit als Wertschöpfung: Prävention, Rehabilitation, Entschädigung vernetzen
- Datengetriebene Prävention: Near-Miss-Meldungen, Sensorik, KI-Analysen
- Fokus auf psychische Belastung, Ergonomie und Elektrosicherheit
- BG ETEM Jahresbericht 2024: klare Handlungsempfehlungen für Betriebe
Quelle: https://www.bgetem.de/presse-aktuelles/pressemeldungen/2025/sicherheit-und-gesundheit-im-fokus
